„Klein aber fein” – das Japanische Restaurant NANAMI im Münchner Westen

Eine Restauranteröffnung in Zeiten von Corona

Wer in Zeiten von Covid-19 ein Restaurant eröffnet muss entweder sehr mutig, besonders smart oder auch ein bisschen verrückt sein. Wir haben mit den Hauptakteuren von „NANAMI Japanese Taste gesprochen“, um zu erfahren, was davon zutrifft.

Die meisten von uns hat die globale Corona Pandemie völlig unverhofft getroffen. Dinge, die bisher als völlig selbstverständlich galten, wurden kurzerhand „ausgehebelt“ oder sind –zumindest temporär – erst einmal Tabu. Ein geselliger Abend mit Freunden, der Besuch einer schicken Bar oder ein Restaurantbesuch mit japanischen Sushi, das alles lässt sich aktuell nicht realisieren.

Plötzlich da: Covid-19 und Corona

Das neue Zauberwort heißt „Social Distancing“ und viele Betriebe müssen, um die schnelle Verbreitung der Corona-19 Virus zu verhindern, einen hohen Preis bezahlen. Dabei ist das Spektrum, derjenigen Unternehmen, die es besonders hart getroffen hat, sehr breit gefächert. Sie reicht von Fluggesellschaften, über Hotels und gastronomische Betriebe bis hin zu Friseursalons und Tätowierstudios. Innerhalb kürzester Zeit hat uns eine „unsichtbare Bedrohung“ schachmatt gesetzt und vielen Unternehmen die Existenzgrundlage geraubt. Das gesamte Ausmaß der globalen wirtschaftlichen Auswirkungen wird sich erst in ein paar Monaten zeigen. Aber schon jetzt ist klar, es wird jeden von uns treffen – auch wenn wir in Deutschland, aufgrund unseres sehr gut ausbalancierten Sozialsystems, gewisse Vorteile gegenüber anderen Staaten aufweisen können. Dennoch, Corona wird auch „unsere“ Welt nachhaltig verändern.

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Pandemie statt Gastronomie

Gar keine Frage, es gibt viele Unternehmen, denen quasi von heute auf morgen der Stecker gezogen wurde. Einige von ihnen werden Dank Soforthilfe und andere staatlichen Maßnahmen aber auch aufgrund einer schnellen Anpassungsfähigkeit und innovativer Konzepte überleben. Die Folgen der globalen Pandemie spüren sie dennoch schmerzlich, die einen mehr, die anderen etwas weniger. Eine der am Meisten leidgeplagten Branchen ist die Gastronomie (einschließlich Bars und Schankwirtschaften). Während Bars (je nach Bundesland) schon seit etwa Mitte März geschlossen bleiben, hatte es Restaurants und Speisegaststätten mit etwas Verzögerung getroffen, denn Anfangs durften diese noch bis 18:00 Uhr öffnen. Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern und um das Gesundheitsrisiko der Menschen zu minimieren sind diese jedoch auch seit mehreren Wochen in Deutschland geschlossen.

Ausnahmen gibt es lediglich für die Bereiche Take-Away und Lieferservices. „Glücklich“ können sich all diejenigen gastronomischen Betriebe schätzen, die aufgrund eines schnellen „Umschaltens“ auf Speisenmitnahme (sofern möglich) „nur“ Umsatzeinbußen haben. Es ist aber jetzt schon klar, dass, trotz staatlicher Unterstützung, nicht wenige Restaurants, Bars und Schankwirtschaften von der Insolvenz bedroht sind. Wie sollte es auch anders sein, wenn ich auf der einen Seite keine oder zumindest deutlich reduzierte Einnahmen verzeichne und auf der anderen Seite Kosten (wie bspw. Mieten oder Pacht) habe, die sich nicht einfach aussetzen und drücken lassen. Auch hier wird klar, die Gastronomielandschaft nach Corona wird eine veränderte sein.

NANAMI Japanese Taste– eine Eröffnung gegen den Trend

Während in Zeiten von Corona viele Speiserestaurants ihr Pforten geschlossen haben und es bei einigen zweifelhaft ist, ob sie sich jemals wieder von dem Schock erholen werden, gibt es wenige, die in der tiefsten Krise, die die Gastronomie seit Jahrzehnten erlebt hat, das „Licht der Welt erblicken“. Eines dieser „Neugeborenen“ ist das NANAMI Japanese Taste in München Pasing, welches seit dem 10. April Speisen in Anlehnung an das Land der aufgehenden Sonne kredenzt – natürlich nur als Take-Away. Und wenn im Münchner Westen – und insbesondere in Pasing – ein japanisches Restaurant eröffnet, darf ich natürlich nicht fehlen, insbesondere auch weil Sushi & Co. mein liebstes Soulfood ist. Aus diesem Grund musste meine Neugier – auch in Form eines Interviews – gestillt werden. Das Interview habe ich geführt mit drei der Hauptakteure vom Nanami: Felix Runge sowie Anna und Hieu Tran. Vergessen sollten wir aber auch nicht Tanja Assmann und Quoc Khanh Tran, die ganz viel im Hintergrund aktiv sind, Miteigentümer vom Nanami sind und eine wichtige Rolle spielen. Tanja und Felix sind die beiden Betreiber und Eigentümer vom erfolgreichen Restaurant Thai Fresh Cuisine in München Pasing.

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Ein Interview in Zeiten von Corona und Co

omoxx: Wann und wie seid ihr auf die Idee für die Eröffnung eines japanischen Restaurants gekommen?

Felix Runge: Eigentlich schon so vor etwa zwei bis drei Jahren. Zum einen essen wir selber sehr gerne japanisch und zum anderen wurden wir beim Thai Fresh Cuisine auch immer nach Sushi gefragt. Wir kannten selber jetzt auch kein Sushi Restaurants in München Pasing, außer jetzt die paar Running Sushi Läden, die aber, wenn man es genauer betrachtet, kein richtiges Sushi anbieten. Für uns war es grundsätzlich schon länger eine Option, dass wir uns Vergrößerern aber dann halt mit etwas Japanischem. Wir haben so ein bisschen die Augen und Ohren offengehalten und nach einer geeigneten Location – eine die sich in der Nähe vom Thai befindet und auch bezahlbar ist – gesucht. Vor etwa einem halben Jahr, sind wir mit der Fläche hier fündig geworden und haben uns Anfang Januar dann endgültig dafür entschieden.

omoxx: Auch wenn du die zweite Frage schon ein bisschen beantwortet hast, warum ausgerechnet ein japanisches Restaurant im MÜNCHNER WESTEN?

Felix Runge: Wir hatten uns auch überlegt, wir könnten woanders im München noch was Thailändisches eröffnen aber dann bist du halt zwei Stunden am Tag damit beschäftig nur rum zu fahren, wenn du beispielsweise mittags schnell ans andere Ende von München möchtest, um irgendetwas hin zu fahren. Außerdem wohnen wir auch in Pasing. Es ist schon besser was in der Nähe zum Thai zu haben, weil wir können dann auch gegebenenfalls mit dem Personal jonglieren und sind generell ein bisschen freier. Ein zweiter Thai in München Pasing oder im Münchner Westen – in der Nähe von uns – würde keinen Sinn machen. Wir haben auch jetzt schon Gäste (im Thai) aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, aus Laim, aus Ober-und Untermenzing oder aus Gräfelfing und wenn wir jetzt noch einen zweiten Thai in der Nähe aufgemacht hätten, dann hätten wir alles nur ein bisschen verlagert. Deshalb haben wir uns gedacht, es macht viel mehr Sinn noch eine andere Küche anzubieten, in der Nähe, am besten ganz in der Nähe. Weil wir die japanische Küche lieben kam halt die Idee mit dem japanischen Restaurant und hinzu kommt auch noch, dass der Vater von der Anna und vom Hieu…

Anna Tran: …schon länger Sushi macht <<LACHT>>

Felix Runge: Wie lange genau nochmal?

Anna Tran: Ich weiß es nicht ganz genau aber schon mehr als 10 Jahre.

Felix Runge: Er hat im Thai auch schon die leckeren Frühlingsrollen gemacht. Und dann hatten wir vor zwei Jahren das erste Mal die Idee…dann machen wir doch was Japanisches zusammen mit dem Vater von der Anna und dem Hieu.

Anna Tran: JA

omoxx: Ihr hattet eure (offizielle) Eröffnung am 10. April (Karfreitag). Ist das nicht ein bisschen verrückt inmitten der Zeit von Corona und Covid-19?

Anna Tran: Ja, vielleicht ist es schon ein bisschen verrückt aber wir haben ja nicht damit gerechnet, es hat keiner damit rechnen können, als der Pachtvertrag unterschrieben wurde.

Felix Runge: Im Januar bzw. zum Januar hin haben wir den Pachtvertrag unterschrieben und ab Februar haben wir schon Pacht bezahlt und wir haben gesagt, wir müssen jetzt so früh wie möglich eröffnen, egal was ist. Unser Ziel war es jetzt richtig Gas zu geben und auch zu hoffen, dass die Handwerker so schnell wie möglich fertig sind, damit wir frühzeitig aufsperren können. Und es war purer Zufall, dass die Eröffnung genau auf einen Karfreitag gefallen ist. Wir haben uns gedacht: ist auch nicht so wild, am Feiertag ist auch nicht gleich so viel los und wir können uns in Ruhe erst einmal einarbeiten.

omoxx: Aber es lief dann schon richtig gut am ersten Tag, dem Karfreitag?

Anna Tran: Ja, auf jeden Fall.

Felix Runge: …der Eröffnungstag war bislang sogar der beste Tag.

Anna Tran: Ich glaube schon.

Felix Runge: Da hatten wir über mittags ein sehr gutes Bestellverhalten.

omoxx: Nächste Frage, auch die habt ihr schon ein bisschen beantwortet aber ich würde sie trotzdem gerne noch einmal stellen: Was unterscheidet euch den jetzt von anderen japanischen Restaurants bzw. Sushi-Restaurants in München – auch wenn ihr ja nicht nur Sushi anbietet? Und was würdet ihr als eure Besonderheiten herausstellen?

Felix Runge: Also ich würde zum einen sagen die meisten asiatischen Sushi-Läden, die ja oft gar nicht rein japanisch sind, haben eine riesige Karte mit zig verschiedenen Fischvariationen zur Auswahl. Wir haben gesagt, wir wollen eine kleine aber dafür qualitativ hochwertige Karte haben. Das gilt im Übrigen auch für unsere Fischauswahl. Wir haben Thunfisch, wir haben Lachs, dann haben wir auch noch Otoro <<Anmerkung: Otoro ist sehr fetter Thunfischbauch>>> und wir haben Ebi (Garnelen). Und dann wollen wir vielleicht auch noch mal ein paar Specials anbieten, auch was Regionales, wie beispielsweise eine Ammersee-Renke.

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omoxx: Das kommt bestimmt sehr gut an.

Felix Runge: Wir sind einfach der Meinung, dass die Qualität besser sein muss, wenn die Karte kleiner ist. Und ich bin mir sicher, auch dadurch das wir Ramen und Bowls anbieten und auch ein paar kleine japanische Vorspeisen und Salate, dass es etwas für jeden was gibt. Die Auswahl ist unserer Meinung nach groß genug und dafür ist es halt alles in einer guten Qualität und so frisch wie wir es nur möglich anbieten können. Wir sind ein Familienbetrieb und ein kleiner Laden mit gerade mal 30 Sitzplätzen. Das alles spiegelt sich in unserer Gesamtidee „klein aber fein“ wider. Zusätzlich zum Essen war uns auch ein gutes Getränkekonzept sehr wichtig. Es gibt eine kleine Weinkarte, wir haben Sake und natürlich auch einige japanische Spirituosen, die auch es so einfach nicht in jedem belieben Sushi-Laden zu finden sind.

omoxx: Wie seid ihr eigentlich auf den Namen NANAMI gekommen und woher kommt er? << Anmerkung: richtig ausgesprochen wird er NAAA-NAAA-MIII>>>

Anna Tran: Also „Nana“ heißt ja im Japanischen „sieben“ und „Mi“ bedeutet im Japanischen „Meere oder Meer“ und somit steht NANAMI für die sieben Meere.

Felix Runge: Der Name hat uns halt sehr gut gefallen und die sieben Meere haben für Japan eine sehr große Bedeutung, auch wegen des guten Fisches, der aus den Meeren kommt und noch anderen Produkten, die in der Japanischen Küche einen hohen Stellenwert genießen, wie beispielsweise Seealgen. Darüber hinaus haben auch die Handelswege der sieben Meere eine große Bedeutung für Japan. Und dann haben wir uns gedacht in unserem Sushi ist ja auch Fisch drin, dann passt das ganz gut <<LACHT>> Die andere Chefin <<Anmerkung: gemeint ist Tanja Assmann, die Frau von Felix>> hat ja thailändische Wurzeln und hat einen thailändischen Spitznamen. Dieser ist „Nami“ und findet sich auch im Restaurantnamen wieder. Und der Name klingt einfach schön und wir haben uns gedacht, er passt einfach super zu einem kleinen japanischen Restaurant.

omoxx: Auch wenn ihr noch sehr jung seid aber gibt es bei euch so etwas wie ein „Signature Gericht“? Etwas wo ihr sagt, das hat eine besondere Bedeutung für euch oder ist ganz speziell?

Felix Runge: Da muss ich direkt mal überlegen. Ja, es ist ja eigentlich recht ungewöhnlich, dass man als japanischer Imbiss, der Sushi anbietet auch gleichzeitig noch Ramen anbietet. Beides ist nicht einfach in einer guten Qualität anzubieten und wir haben da lange überlegt, ob wir beides wirklich machen sollen. Sushi und Ramen sind ja die zwei Hauptgerichte und auch anspruchsvolleren Themen in unserer Küche. Wir haben bei unserem Japanurlaub aber einfach so gerne Ramen gegessen und es ist einfach auch so ein tolles Essen, dass man es hier in Pasing unbedingt anbieten muss. Und die bisherige Resonanz spiegelt das wider. Sushi kennen die meisten aber Ramen ist noch nicht so gängig und damit was Besonderes. Das sieht man auch an den Restaurants in München, die Ramen anbieten – man kann sie wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Es ist auch eine Herausforderung gewesen einen guten Ramen zu machen. Und während der Vater von Anna und Hieu sich eher für das Sushi zuständig ist, haben Tanja und ich uns überwiegend um den Ramen gekümmert und viele Monate Ramen probegekocht und halt in Japan auch probegegessen. Da steckt sehr viel Herzblut drin, auch damit wir ihn möglichst authentisch unseren Gästen anbieten können.

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omoxx: Bislang gibt es ja bei euch „nur“ Take-Away. Was können wir denn erwarten, wenn ihr nach der Corona-Krise auch die anderen Bereiche eröffnen dürft?

Felix Runge: Ein tolles Ambiente, man wird auch draußen sitzen können. Dann eben auch die leckeren Getränke, die es geben wird. Eine feine und kleine Auswahl an Weinen und Sake, japanische Whiskys und Gins, ein guter und professioneller Service und diese schönen Räumlichkeiten.

omoxx: Ihr habt ja bei der Gestaltung des Restaurants auch bestimmte und besondere Stoffe verwendet, kannst du hierzu noch was sagen?

Felix Runge: Ja gerne. Die Noren (japanische Vorhänge) und der Koinobori <<Anmerkung: dreidimensionaler Wind-Koi aus Stoff>> sind alle ziemlich alt – über 50 Jahre – und kommen aus Japan. Sie wurden noch ein bisschen von unserer Schneiderin an die Räumlichkeiten angepasst und wir haben uns auch bei der Farbauswahl an den Stoffen orientiert. Wir haben uns erst die ganzen Stoffe ausgesucht und haben dann die Wandfarben und das Holz usw. an die Farben der Stoffe angepasst. Der Windvorhang im Eingang ist aus alten japanischen Sake-Säcken zusammengenäht worden, so ist auch wieder ein Bezug zu den Getränken da.

omoxx: …und ihr habt auch spezielle Schürzen.

Felix Runge: Genau. Unser original japanischen alten aber immer noch schönen Schürzen <<LACHT>>

omoxx: Du hast es ja schon ein wenig angedeutet, dass wir auch beim Thema Bar einiges erwarten können. Würdest du uns hierzu noch etwas mehr erzählen, vielleicht auch, was euch zu anderen japanischen Restaurants in München unterscheiden wird?

Felix Runge: Es wird sicherlich kein 08/15 Getränke geben, sondern wir haben uns mit echten Spezialisten für Wein, Sake und japanischen Spirituosen zusammengesetzt, um auch hier unser Motto „klein aber fein“ weiter zu verfolgen. Beim Wein haben wir ein paar Rot- und Weißweine ausgesucht, die man jetzt vielleicht nicht überall bekommt aber die super zu der japanischen Küche passen. Genauso war es auch beim Sake. Es ist natürlich kein Sake, die man beim Asia-Shop um die Ecke bekommt, sondern sehr selektierte Premium-Sake, von denen ich sicher bin, dass bislang kein japanisches Restaurant in München diese auf der Karte hat. Es wird auch keinen Pina Colada oder Caiprihina geben, sondern auch wieder eine kleine Auswahl an besonderen Drinks – auch Cocktails – , die aber einfach eine Verbindung zum Thema Japan aufweisen.

omoxx: Und japanische Whiskys wird es bei euch auch geben, auch einige exklusive, die man nicht überall findet?

Felix Runge: Genau, für den Liebhaber von japanischen Whiskys haben wir hier den einen oder anderen Schatz vorrätig. Genauso wird auch der Gin-Liebhaber auf seine Kosten kommen, denn auch hier haben wir ganz bewusst auf Qualität und Authentizität gesetzt.

omoxx: Aktuell sind es ja gerade schwierige Zeiten für Gastronomen. Wie geht es euch aktuell so in der Krise?

Felix Runge: Wenn wir gewusst hätten, dass es zu dieser Situation kommt, dann hätten wir sicherlich gewartet, aber für die momentane Situation müssen wir sagen läuft es echt gut. Wir haben viele Gäste und Bestellungen. Natürlich sind es nicht so viele, wie wir mal ursprünglich geplant haben, so dass auch unsere Kosten noch nicht gedeckt sind. Da sind wir leider noch nicht ganz. Aber für die Situation und das wir ganz neu sind und uns noch keiner kennt ist die Resonanz Wahnsinn, richtig super. Die Nachbarn holen sich was ab, auch Stammgäste aus dem anderen Restaurant bestellen und kommen öfter für das Take-Away vorbei. Da sind wir echt positiv überrascht und sehr glücklich, wie es angelaufen ist. Da gibt es sicherlich viel mehr Gastronomen, die da viel stärker zu kämpfen haben und die vielleicht auch nicht so geeignet sind für Take-Away. Ich denke auch mal an klassische bayrische Wirtschaften, die auch vom Bierkonsum im Restaurant leben. Wir haben einfach Glück, dass Sushi sowieso aber auch der Ramen sehr gut geeignet sind für die Mitnahmen nach Hause – auch dank guter Verpackungslösungen, so dass das Essen warm und sicher zuhause ankommt.

Hieu Tran: Auch das Feedback der Kunden ist sehr gut. Wir haben am Anfang auch gedacht wahrscheinlich wird es nicht so gut, weil wir jetzt ausgerechnet im April in der Krisenzeit aufmachen wollen. Aber wir haben ja schon viel früher angefangen, wo keiner damit gerechnet hat. Jetzt im Nachhinein läuft es auf jeden Fall besser als wir kurz vor Eröffnung gedacht haben – für die Umstände zumindest.

omoxx: Jetzt habe ich noch eine letzte Frage, wobei diese natürlich schon sehr weit in Zukunft gerichtet ist. Was sind denn dann die nächsten Pläne von euch? Was kommt nach einem Japanischen Restaurant…ein chinesisches oder ein vietnamesisches?

Felix Runge: Da kommt erst mal wieder ein Japan-Urlaub <<LACHT>>

Hieu Tran: Wir müssen jetzt erst einmal sehen, dass wir die schwierige Zeit ganz gut überstehen und uns hier in Pasing und Münchner Westen etablieren.

Felix Runge: Ja, wir müssen jetzt erst einmal das Geschäft aufbauen. Wir haben es ja auch am Thai gesehen, es dauert einfach ein bis zwei Jahre bis man seine Stammkundschaft aufgebaut hat und dann gleich was Neues in Angriff zu nehmen wäre schon sehr gewagt. Wenn man eine gute Qualität anbieten möchte, dann braucht man einfach auch ein bisschen Zeit. Wir haben jetzt fast sechs Jahre gewartet (nachdem wir den Thai eröffnet hatten), bevor wir ein neues Restaurant eröffnet haben. Und uns war auch immer das Persönliche ganz wichtig; viele kommen zu uns zum Essen, auch weil sie uns kennen und wissen, wie viel Herzblut wir in unsere Restaurants stecken. Ich selber habe die nächsten Jahre auch weiterhin vor regelmäßig in den Restaurants zu sein, nicht, weil ich muss, sondern weil es mir viel Spaß bereitet. Für seine Gäste da zu sein und sie zu bedienen ist das, was einem Spaß machen muss, wenn man in der Gastronomie arbeitet, ansonsten kann man auch gleich einem Bürojob nachgehen.

omoxx: Vielen lieben Dank für das tolle Interview und alles Gute für die Zukunft.

Ein Blick auf die Speisekarte von Nanami

Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Japan Fan bin, dieses beschränkt sich natürlich nicht nur auf den gustatorischen Teil aber dieser macht schon einen wichtigen Teil aus. Vielleicht bin ich deshalb auch so kritisch, wenn es um das Thema japanisches Essen geht. Natürlich – und das muss jedem klar sein – kann ein japanisches Restaurant in Deutschland nur sehr selten den Standard eines in Japan ansässigen Restaurants mithalten. Dieses ist aber auch nicht notwendig, denn auch die wenigsten von uns erwarten, dass im Ausland ein deutsches Restaurant das gleiche Niveau aufweist wie das heimische. Vielmehr ist es für mir wichtig, dass das Preis-Qualitäts-Niveau stimmt. Jedem sollte klar sein, dass frische Produkte (vor allem auch qualitativ hochwertiger Fisch) seinen Preis haben muss, um gut zu sein. Dies ist im Nanami auf jeden Fall gegeben. Die Produkte sind super frisch, die Portionen sind ordentlich, geschmacklich gibt es nichts zu meckern UND es ist für jeden was dabei – vorausgesetzt man mag die Japanische Küche. Neben Sushi & Co. (Sashimi, Maki und Nigiri) findet ihr im Nanami leckeren Ramen (auch vegetarischen), diverse Bowls sowie viele spannenden Vorspeisen wie bspw. Edamame und Gyoza. Die Karte ist zwar klein aber dennoch sollte für jeden Japan-Food-Fan was dabei sein. Mit anderen Worten, das Konzept ist super stimmig und das Essen sehr gut. Ich freue mich schon, wenn ich auch die Bar und das „ganze“ Restaurant, nach der Krise erkunden kann, und nicht nur auf Take-Away beschränkt bin. Bis dahin begnüge ich mich aber mit dem besten Sushi des Münchner Westens als Take-Away ;-)

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Über das Nanami:

Nanami Japanese Taste

Bodenseestr. 12
81241 München Pasing

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag: 11:00 – 15:00 Uhr und 17:00 bis 22:00 Uhr
Wochende und Feiertage: 17:00 – 22:00 Uhr
Küche bis 21:30 Uhr

Die Speisekarte und weitere Infos zum Nanami findet ihr unter: http://www.nanami-muenchen.de

(Fotos: Thomas Vonier)

Liquid Expert, Weltenbummler, Fusion-Fanatiker – genießen mit allen Sinnen.

Doc JoeRG liebt Gin, Sake und Rum und zaubert aus wenigen Zutaten geile Cocktails. Er kümmert sich bei omoxx um die eher geistreichen Artikel.

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